Liebe Filmschaffende,
mobile Akku-Systeme wie Instagrid oder POWER2GO erleichtern uns die Arbeit enorm. Kein Lärm, keine Abgase und deutlich weniger Kabelwege. Das ist ein echter Gewinn für unsere Flexibilität am Set. 🔋
Doch technisch verhalten sich diese „Inselnetze“ anders als die klassische Steckdose zu Hause. Die größte Tücke liegt im Detail, sobald wir Mehrfachsteckdosen nutzen – und das völlig unabhängig davon, ob wir im Wald stehen oder in einem Büro.
Das Risiko der Mehrfachstecker: Sobald wir mehr als ein Gerät an einen Akku-Speicher anschließen, können wir im Fehlerfall das eingebaute Schutzsystem unbewusst aushebeln. Wenn zwei angeschlossene Lampen gleichzeitig einen Defekt haben, bemerkt der Akku keinen Fehlerstrom. Er „denkt“, er würde ganz normal Energie liefern. Berührt man dann beide Geräte gleichzeitig, schließt der eigene Körper den Stromkreis.
In Innenmotiven (Wohnungen/Büros) verschärft sich die Lage zusätzlich: Hier treffen oft zwei Welten aufeinander – das geerdete Hausnetz und das „schwebende“ Akku-Netz. Werden beide Systeme gleichzeitig genutzt, kann der Körper zur Brücke zwischen Haus und Akku werden. In diesem „Sicherheits-Vakuum“ löst weder der FI-Schalter der Wohnung noch die Sicherung am Akku rechtzeitig aus.
Darauf solltet ihr achten:
👉 Die goldene Regel: Sobald ein Mehrfachstecker im Spiel ist, benötigt jedes angeschlossene Gerät einen eigenen Personenschutzschalter (PRCD-K).
👉 Haltet die Stromkreise räumlich getrennt (Akku-Licht vs. Hauslicht).
👉 Verlasst euch nicht blind auf die Technik, sondern prüft euer Setup kurz vor Drehbeginn.
Die neue Freiheit durch Akku-Power ist großartig. Nutzen wir sie mit der nötigen Professionalität, damit am Ende alle sicher nach Hause kommen. Bei Unsicherheiten oder komplexen Aufbauten fragt bitte immer eure Sicherheitsfachkraft oder eine Elektrofachkraft vor Ort.
Bleibt aufmerksam.
